Die Geschichte des Ringhotel Giffels Goldener Anker

Die Hotelgeschichte vom Ringhotel Giffels Goldener Anker ist eng mit der Historie von Bad Neuenahr verknüpft.

Der heutige Besitzer des Hauses und 5. Namensträger des Traditionsnamens Antonius, kann sich stolz in die lange Reihe seiner Vorfahren einordnen. Die eigentliche Geschichte des Hotels beginnt mit dem 1792 als Sohn des Korbmachers Ferdinand Giffels und der Tagelöhnerin Anna Catharina Steinmetzler geborenen Antonius. Doch obwohl die Familie Giffels als sozial hoch stehend angesehen ist, kann sie - wie viele andere alte Familien - ihre soziale Position nicht weiter ausbauen.

So kämpft auch Antonius Giffels als Korbmacher um das Überleben in der kargen Heimat. Anfang 1836 kommt er schließlich in den Besitz des vorderen, an der Mittelstraße gelegenen Teiles des heutigen Gesamtgeländes. Zudem beginnt er einen Weinhandel, den er in die nähere Umgebung der Eifel ausdehnt. Nach seinem Tod im Jahr 1838 führt seine Ehefrau und später sein Sohn Antonius den regen Geschäftsbetrieb fort.

Der Stammhalter kommt in den Besitz des größten Teiles des heutigen Gesamtgeländes und schafft es zudem als Winzer und Weinhändler in der Region Fuß zu fassen. Ab 1864 beginnt er parallel mit dem Aufbau eines kleinen Beherbergungsbetriebes, der erstmals 1872 in der Kur- und Fremdenliste erscheint. Nach der kriegsbedingten Rezession wird der Betrieb Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts restauriert, erweitert und vollständig der Neuzeit entsprechend eingerichtet. Dennoch setzt Anton Giffels II weiterhin mehr auf den Weinbau als auf das Beherbergungsgewerbe, obwohl die Lage des Grundstücks für Kurgäste ausgezeichnet ist.

Erst nach dem Tod seines Vaters nutzt der 1859 geborene Sohn Anton Giffels III die günstige Lage der Tourismusbranche , um den Familienbetrieb zu expandieren. Die gestiegenen Gästezahlen ab 1890 belegen, welcher Umschwung im Hause Giffels stattgefunden hat. Auf einer Geschäftsreise lernt der Hotelier seine spätere Ehefrau Elisabeth kennen, die 1899 Antonius IV zur Welt bringt. Nach dem Tod ihres Gatten im Jahr 1908 führt Elisabeth die Hotelgeschäfte über die Wirren des ersten Weltkrieges. Dieser Krieg hatte Bad Neuenahrs traditionellen Gästestrukturen zerschlagen und das Heilbad gezwungen, sich neu zu orientieren. Dennoch wird "Der goldene Anker" in dieser Zeit zu einem der renommiertesten Häuser als Hotel in Bad Neuenahr.

Inzwischen lernt der junge Anton Giffels IV in vielen berühmten Hotels in ganz Europa und übernimmt schließlich 1938 den Betrieb von seiner Mutter. Von den Folgen des zweiten Weltkriegs bleibt der Betrieb auch nicht verschont. Fotodokumente der damaligen Zeit zeugen von dem Vandalismus der Sieger. Doch Anton Giffels geht mit neuem Mut, beflügelt durch das Vorbild seiner tatkräftigen Ahnen an den erfolgreichen Wiederaufbau. Das 100jährige Jubiläum erlebt der Hausherr allerdings nicht, er stirbt 1969, mitten in den Vorbereitungen zu diesem Anlass.

Kurzfristig muss also sein Sohn Klaus Anton Giffels, in der Reihe nun der fünfte, einspringen und das Unternehmen leiten. Die von ihm veranlasste Renovierungsarbeiten schaffen es schließlich, dass die Räumlichkeiten des "Goldenen Ankers" zwar der Neuzeit angepasst werden, das Ambiente des Hauses und die Hoteltradition aber dennoch von der edlen Nostalgie der vergangenen Tage geprägt bleibt.

Der für das "Binnenland" ungewöhnliche Namen "Goldener Anker" entstand übrigens durch einen Zufall bei der Renovierung des Hauses vor über einem Jahrhundert. Der unter Zeitdruck stehende Inhaber des Hauses ließ dem Malermeister ausrichten, er sollte doch schreiben was er wolle, er müsse in den Weinberg. Der Zufall wollte es, dass der Malermeister Remagener war - und die Assoziation zum Anker war geboren. Nach anfänglicher Verblüffung, entschloss sich abends der Wirt, den in der Gegend einzigartigen und damit unverwechselbaren Namen zu behalten.